Die unterschiedlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Emerging Markets

Stephan Meier
Veröffentlicht vor 2 Jahren 35 Likes 5 min. Lesezeit
Geldanlage
Auswirkungen auf die Emerging Markets

Die Auswirkungen des Coronavirus in den Emerging Markets haben unterschiedliche Auswirkungen. Während sich etliche asiatische Märkte (zum Beispiel China, Taiwan) vergleichsweise gut gehalten haben, sind anderswo sehr starke Kursverluste zu verzeichnen, beispielsweise in Südamerika, aber auch in Osteuropa. Wie es mit den Emerging Markets im Detail aussieht, lesen Sie hier.

Aktienkurse sowie auch Währungen haben in den letzten Wochen natürlich auch in den Emerging Markets stark gelitten. Die Kursrückgänge gehen dabei aber weniger auf die direkten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in diesen Ländern zurück. Die Fallzahlen und Gegenmaßnahmen sind dort zumeist (noch) sehr überschaubar. Vielmehr sind es die weltwirtschaftlichen Folgen, die zu Buche schlagen. Dazu gehören nicht zuletzt die stark gefallenen Rohstoffpreise sowie hohe Kapitalabflüsse, die neben den Aktien auch Anleihen und Währungen kräftig unter Druck brachten.

Ölkrieg - unterschiedliche Auswirkungen in den Emerging MarketsÖlkrieg schadet und nützt den Emerging Markets

Der Preiskrieg auf dem Ölmarkt schadet naturgemäß den Ölexporteuren wie etwa Russland oder den Golfstaaten.

Er nützt im Gegenzug aber natürlich sehr stark den Importeuren wie zum Beispiel Türkei, Indien und China.

Anpassungen in den Fonds der Emerging Markets

In den Emerging Markets-Anleihefonds hat das Fondsmanagement die etwas defensivere Positionierung, die schon vor dem Ausbruch der Krise bestand, in den letzten Wochen noch ausgebaut. Bei den Aktienfonds wurden unter anderem Unternehmen aussortiert, die besonders stark von möglichen Zahlungsschwierigkeiten bedroht sein könnten, falls die aktuelle Krisensituation länger andauert. Aktienpositionen im Mittleren Osten wurden deutlich reduziert bzw. ganz verkauft. Im Gegenzug wurden etwa Telekommunikationswerte aufgestockt, speziell in China und Taiwan.

Bewertungsniveaus in den Emerging Markets teilweise schon wieder attraktiv

Aktien von Schwellenländern befinden sich inzwischen auf Bewertungsniveaus, auf denen sie in der Vergangenheit mehrfach wieder nach oben drehten (1998, 2008 und 2015). Selbstverständlich bedeutet dies aber nicht, dass es auch jetzt wieder so kommen muss. Die Chance dafür besteht jedoch und insgesamt ist bereits sehr viel Negatives in den Märkten eingepreist. Für langfristige Investoren bieten sich damit durchaus einige gute Einstiegsniveaus. Eine sorgfältige Auswahl bleibt natürlich Trumpf. Denn selbstverständlich sind nicht alle Länder, Branchen und Unternehmen bereits Kaufkandidaten. Ebenso gilt es natürlich auch bei den Emerging Markets den weiteren Verlauf der Pandemie und die weltwirtschaftlichen Entwicklungen zu beobachten.

Attraktivere fundamentale Bewertungen bedeuten schließlich nicht, dass die Kurse nicht noch weiter nachgeben könnten. Das gilt umso mehr, als derzeit noch niemand wirklich abschätzen kann, wie sich Volkswirtschaften und Unternehmensgewinne in den kommenden Quartalen und Jahren entwickeln werden. Die Wirtschaftswelt insgesamt wird nach der Coronavirus-Pandemie möglicherweise auch deutlich anders aussehen als zuvor.

Kursverfall wie zur Finanzkrise 2008/2009 in den Emerging Markets

Renditeaufschläge der Emerging Markets ähnlich hoch wie 2008/2009

Anleihen von Schwellenländern in Hartwährung handeln auf Basis der Renditeaufschläge gegenüber US-Staatsanleihen auf vergleichbaren Niveaus wie zur globalen Finanzkrise 2008/2009. Auf absoluter Basis liegen die Renditen natürlich deutlich unter den damaligen Werten. Am stärksten haben sich die Renditeaufschläge in den illiquideren Märkten ausgeweitet (speziell in Afrika). Hingegen waren die Bewegungen in Asien und Europa weniger stark ausgeprägt.

Gute Auswahl und Geduld nicht nur in den Emerging Markets gefragt

Fundamental sind dies teilweise attraktive Niveaus, aber auch hier gilt: Gute Auswahl und Geduld sind gefragt. Die wirtschaftlichen Verwerfungen werden schließlich nicht über Nacht verschwinden. Selbst dann nicht, wenn die Pandemie nicht so lange andauern sollte wie zunächst befürchtet. Und nicht alle Länder werden gleich gut mit den Folgen fertig werden.

Wie sich nachhaltige Produkte durch die Krise schlagen, lesen Sie hier: Wie geht es meiner nachhaltigen Geldanlage in der Corona-Krise? 

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Erstelldatum: April 2020

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