Zeit für Inflationsschutz – nach Corona die große Inflation?

Valentin Hofstätter
Veröffentlicht vor 7 Monaten 3 Likes 5 min. Lesezeit
Geldanlage
Mann rechnet mit Taschenrechner vor Einkaufswagen - Inflation ist ein Thema

Die gute Nachricht: Mit dem zunehmend an Tempo gewinnenden Impfkampagnen ist die Wirtschaft (auch) in Europa dabei, den von COVID verursachten Konjunktureinbruch rasch hinter sich zu lassen. Die – potenziell – schlechte Nachricht: Mit der starken Erholung der Konjunktur und gleichzeitig extrem lockerer Geldpolitik werden zunehmend Inflationssorgen und die Suche nach Inflationsschutz ein Thema. Antworten zu den derzeitigen Fragen zu Inflation und wie man sich schützen kann, finden Sie hier!

Inflationssorgen scheinen nicht ganz unberechtigt, denn die jüngsten Daten zeigen bereits jetzt ein starkes Anziehen der Inflation: Grundelte die Inflationsrate in der Eurozone zum Jahresende 2020 noch unter 0 (-0,3 % p.a.), so ist sie seither in nur wenigen Monaten schon auf 1,6 % p.a. angestiegen. In Österreich ist inzwischen sogar schon die 2 %-Marke erreicht1. Tendenz auch in den nächsten Monaten noch stark steigend: Die meisten Experteninnen und Experten* erwarten in den kommenden Monaten ein rasches Überscheiten der 2 %-Marke auch in der Eurozone, mit noch höheren Niveaus in Österreich. Grundlegende Fragen zum Thema Inflation finden Sie hier: Die 5 brennendsten Antworten zum Thema Inflation.

Kommt jetzt doch noch die große (Hyper-)Inflation?

Nein. Ein Blick auf die Ursachen der Inflationsentwicklung zeigt rasch warum:

Öl rinnt aus dem Tank - der Einbruch des Ölpreises ausschlaggebend für die Inflation 2020

Für den Einbruch der Inflation 2020 war großteils der Einbruch des Ölpreises ausschlaggebend, zusammen mit dem rezessionsbedingten Rückgang anderer Preise und Einmaleffekten wie der Mehrwertsteuersenkung in Deutschland.

Diese Effekte kehren sich derzeit drastisch um: Da die Inflationsrate ja immer die Veränderung des Preisniveaus zum Vorjahr misst, schlagen hier die deutlich höheren Energiepreise gewaltig zu Buche: Öl (als nach wie vor wichtiger Energieträger) ist mit Anfang Mai immerhin mehr als 200 % teurer als vor einem Jahr. Andere Rohstoff- und Produktpreise liegen zum Teil sogar schon deutlich über ihren Vor-COVID-Niveaus (starke Konjunkturerholung + teilweise noch Produktionsengpässe durch Anti-COVID-Maßnahmen).

Allerdings: Die meisten der angesprochenen Inflationstreiber sind einmalige Effekte, die sich nächstes Jahr nicht wiederholen. Weder verdreifacht sich der Ölpreis 2022 noch einmal, noch werden Preissenkungen aus der Corona-Krise, die heuer wieder aufgeholt werden, 2022 dann noch ein zweites Mal rückgängig gemacht.

Das PreisNIVEAU bleibt damit auch 2022 hoch – der PreisZUWACHS (die Inflationsrate) sollte sich dann aber wieder auf „normalen“ Niveaus einpendeln.

Gelddrucken der Notenbanken?

Geld wird gedruckt

Insbesondere der für uns relevanten Europäischen Zentralbank (EZB)? Immerhin hat sich die von der EZB bereitgestellte Geldmenge während der COVID-Krise um rund 50 % gesteigert2 (z. B. durch die stark erhöhten Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB). Hat das nicht langfristig einen stark erhöhenden Effekt auf die Inflationsrate? Vor allem, sobald sich der Arbeitsmarkt wieder erholt hat und das Geld von den Konsumenten dann auch ausgegeben wird?

Klingt nachvollziehbar, übersieht aber einige wichtige Punkte: Dieses „Gelddrucken“ der EZB dient zu einem großen Teil zum Ankauf von Wertpapieren (Anleihen) und landet damit großteils im Finanzsystem (das der EZB diese Anleihen verkauft). Damit steigt im Finanzsystem der Veranlagungsdruck für diese Gelder gewaltig. Das führt zu negativer Verzinsung bei einem großen Teil der europäischen Anleihen (dort müssen vor allem Banken diese Gelder parken). Und es treibt tendenziell auch die Preise anderer Anlageformen (inklusive Immobilien) nach oben.

Es führt aber nicht dazu, dass Haushalte und Unternehmen dadurch plötzlich ein Mehrfaches an Zahlungsmitteln zur Verfügung hätten und damit dauerhaft das Preisniveau von Gütern und Dienstleistungen ansteigen lassen würden.
Die gleiche Entwicklung war auch schon nach dem vergleichbar starken „Gelddrucken“ im Nachfeld der Bankenkrise 2008 zu beobachten: Auch damals schoss die Inflation im ersten Jahr der Konjunkturerholung steil nach oben (Rezessionseffekte auf das Preisniveau kehren sich kurzfristig um), pendelte sich aber anschließend auf normalen Niveaus ein. Ein nachhaltiger Inflationseffekt auf Grund des „Gelddruckens“ der EZB blieb vollständig aus. Die gleiche Entwicklung war damals übrigens auch in allen anderen Industriestaaten beobachtbar, wo die Notenbanken die Geldmenge teilweise noch deutlich stärker erhöhten als die EZB (mit der Schweiz als Spitzenreiter in punkto „Gelddrucken“).

Doch kein Inflationsschutz nötig? Kann ich als Anleger die Entwicklung ignorieren?

Das wäre aus unserer Sicht zu kurzfristig gedacht:

Auch das wahrscheinlichste Szenario einer mittelfristig moderaten und politisch gewollten Inflation von nur 2 % p.a. reduziert das den tatsächlichen Wert (die Kaufkraft) der Ersparnisse jährlich um denselben Prozentsatz (nach 10 Jahren also um gut 20 %)!

Möchte man den Wert seiner Ersparnisse längerfristig erhalten (geschweige denn tatsächlichen Vermögensaufbau betreiben), kommt man also um Anlageformen nicht herum, die erstens als Sachwerte einen gewissen Inflationsschutz bieten, und die zweitens (deutlich) mehr als die genannten 2 % an langfristigen Erträgen liefern.

Die Veranlagungsform, mit der man das historisch am besten geschafft hat (besser als mit Gold oder Immobilien), ist ein breit gestreutes Aktienmarktinvestment . Ein Investment, das man – ohne eigenem Aufwand in einfacher Form – über Fonds tätigen kann. Und in kleinem Rahmen auch über das Fondssparen. Lesen Sie dazu auch: Sind Veranlagungen in Fonds nicht viel zu riskant?

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand/Erstelldatum: Mai 2021

1Quelle: Eurostat

2Quelle: EZB

Ein Investmentfonds ist kein Sparbuch und unterliegt nicht der Einlagensicherung. Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.

Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH oder kurz Raiffeisen KAG

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