Sputnik, Johnson & Johnson oder Astra-Zeneca?

Stephan Meier
Veröffentlicht vor 10 Monaten 8 Likes 5 min. Lesezeit
Geldanlage
Mann im blauen T-Shirt wird geimpft - Ist der Sputnik Impfstoff besser als gedacht?

Vom russischen Sputnik V-Impfstoff wurden neuerdings sehr gute Daten veröffentlicht. Ob und wann er in der EU zugelassen wird, steht noch in den Sternen. Positiv zu werten ist auch der Impfstoff von Johnson & Johnson. Dass bei ihm eine einzige Impfung ausreicht, ist sein großes Plus. Lesen Sie, was sich am Markt zu den heißen Themen Impfstoff und Lockdowns derzeit tut.

Sputnik V-Impfstoff bisher eher kritisch gesehen

Behandschuhte Hand zieht Imfpung auf - ist Sputnik besser als angenommen?Bislang wurde der Sputnik V-Impfstoff eher kritisch beäugt. Er scheint in seiner Wirksamkeit jedoch auf Augenhöhe mit den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna liegen. Ungeklärt ist jedoch, ob und inwieweit er gegen die bisher bekannten Virusmutationen wirkt.

Zulassungsverfahren von Johnson & Johnson und Sputnik im Laufen

Auch beim positiv bewerteten Impfstoff von Johnson & Johnson ist noch nicht bekannt, wie wirksam er gegenüber den Mutationen ist. Vor allem die südafrikanische Variante bereitet diesbezüglich Sorge. Das Zulassungsverfahren für beide Impfstoffe ist derzeit im Laufen.

Astra-Zeneca: kein Schutz gegen südafrikanische Mutation

Der Impfstoff von Astra-Zeneca scheint bei der südafrikanischen Variante nach ersten Erkenntnissen keinen hinreichenden Schutz zu bieten. Modernas Präparat wirkt zwar, doch laut Hersteller mit einer bis zu sechsfach reduzierten Zahl der Antikörper – verglichen mit den herkömmlichen Virusvarianten. Auch der Novovax Impfstoff zeigt ersten Einschätzungen zufolge eine deutlich herabgesetzte, wenn auch weiterhin sehr positive Wirksamkeit.

Die Lockdowns haben sich abgenutzt…”

Frau mit Closed Schild - Lockdowns zermürben Mit dieser Aussage sorgte Österreichs Gesundheitsminister Anschober kürzlich für Schlagzeilen. Er konstatierte dabei aber nur die Realität. Es gärt allerorten in der EU, viele Bürger und Unternehmen sind an der Belastungsgrenze angelangt und begehren immer stärker auf. Mehr als die immer wieder verlängerten bzw. verschärften Einschränkungen zermürbt vor allem die fehlende Perspektive für die Aufhebung. Aber auch der zuweilen fragwürdige Nutzen mancher Maßnahmen lässt das Lager der Lockdown-Gegner überall in Europa anschwellen.

Bild der Neuinfektionen ermutigend

Die neuen Mutationen verkomplizieren die Lage. Zwar ist das Bild bei den Neuinfektionen fast überall ermutigend (Stabilisierungen oder rückläufige Zahlen). So gesehen wären Lockerungen vielerorts möglich. Doch die neuen Mutationen aus Großbritannien und Südafrika könnten die Werte rasch wieder ansteigen lassen. Daher ist man sehr zögerlich mit einer Aufhebung der Einschränkungen in der EU.

Was tut sich auf den Finanzmärkten?

Finanzmarktteilnehmer gehen davon aus, dass Covid-19 im Wesentlichen bereits Geschichte ist. Man möge sich stattdessen auf die monetären und fiskalpolitischen Antriebe und deren beflügelnde Wirkung auf die Unternehmensgewinne konzentrieren.

Die Aktienmärkte starteten zumeist euphorisch ins neue Jahr, erhielten Ende Jänner jedoch einen Dämpfer. Spekulative Attacken auf Leerverkäufer im US-Aktienmarkt führten zu einer kurzzeitigen Schwäche am breiten Markt.

Langfristig höhere Aktienkurse in Sicht

Pfeil aufwärts - Aktien steigenIm Jänner gaben die meisten entwickelten Aktienmärkte leicht nach, während viele Schwellenländer zulegten. Langfristig spricht weiterhin vieles für höhere Aktienkurse. Große potenzielle Spielverderber sind derzeit kaum auszumachen. Wenn sich allerdings herausstellen sollte, dass die Impfungen bei den neuen Mutationen nicht greifen, könnte der aktuelle Optimismus rasch umschlagen.

Spekulationsfieber in den USA

Apropos Optimismus: Zumindest in den USA ist geradezu ein Spekulationsfieber ausgebrochen. Viele Kleinanleger drängen sich neuerdings an den Markt und erhoffen sich durch Engagements in sehr spekulative Aktien schnellen Reichtum. Es wäre aber überzogen, daraus für den Gesamtmarkt einen überhitzten Gesamteindruck abzuleiten. Die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Korrekturbewegung auf den Aktienmärkten ist aber gestiegen.

Aus heutiger Sicht dürfte diese Korrekturbewegung moderat ausfallen. Extrem hohe globale Liquidität, neue Unterstützungs-Programme in den USA und die wenig verlockenden Alternativen auf den Rentenmärkten sollten Aktien weiterhin unterstützen.

Unternehmensgewinne besser entwickelt als erwartet

Die Unternehmensgewinne haben sich fast überall besser entwickelt als vermutet. Für 2021 und auch 2022 werden kräftige Steigerungen erwartet.

Bei den Anleihemärkten war das Bild in den ersten Wochen eher gemischt. In den USA sind die Renditen für 10jährige Staatsanleihen gestiegen. Weitere substanzielle Renditeanstiege scheinen aus heutiger Sicht aber unwahrscheinlich. Diese würden wohl auch die US-Notenbank auf den Plan rufen. Gut präsentieren sich weiterhin einige Rohstoffsektoren – zuletzt vor allem der Energiebereich – während Edelmetalle seit Jahresbeginn etwas nachgaben.

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand/Erstelldatum: Februar 2021

Die Angaben beruhen auf dem Wissensstand des Verfassers Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. zum Erstellungszeitpunkt.

Zu beachten ist, dass Prognosen keine verlässlichen Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen zulassen.

Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten. Die veröffentlichten Prospekte sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) der Fonds der Raiffeisen KAG stehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache (bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache) zur Verfügung.

Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH oder kurz Raiffeisen KAG

Bildquelle: shutterstock