Klimagipfel – good Cop, bad Cop?

Herbert Perus
Veröffentlicht vor 2 Wochen 3 Likes 4 min. Lesezeit
Nachhaltigkeit
Blick auf alle Kontinente in Seeform - vom Klimagipfel in Glasgow

Die UN-Klimakonferenz, international bekannt als COP 26, fand sich vom 31. Oktober bis 12. November 2021 zum Klimagipfel in Glasgow zusammen. Großbritannien veranstaltete die diesjährige Konferenz mit nahezu 200 Staaten und 25.000 Delegierten (einigen online) gemeinsam mit Italien. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse der Klimagipfel-Konferenz für dich in aller Kürze zusammengefasst!

Wesentlicher Schwerpunkt beim Klimagipfel

Schwerpunkt der COP 26 waren die Verhandlungen um den finanziellen Ausgleich und Unterstützung der Industrienationen – welche die Erderwärmung ja maßgeblich verursacht haben – an die „ärmeren“ Länder, welche tendenziell am meisten unter den Folgen der globalen Erwärmung zu leiden haben. Großbritannien, Spanien, Japan, Australien, Norwegen, Irland und Luxemburg verpflichteten sich dazu, ihre Klimafinanzierung aufzustocken.

Treibhausgasse in Indien zu sehen

Klimaneutralität in Indien

Indiens Premierminister Modi erklärte, sein Land strebe an, bis zum Jahr 2070 klimaneutral zu sein. Er kündigte Nachbesserungen in einigen Bereichen an. Indien ist der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen weltweit. Das Land hat im Vergleich zu den anderen großen Wirtschaftsnationen aber die geringsten Pro-Kopf-Emissionen.

Entwaldung soll gestoppt werden

Die Repräsentanten von 100 Staaten unterzeichneten eine Absichtserklärung, nach der die globale Entwaldung bis zum Jahr 2030 gestoppt werden soll. Die an der Erklärung beteiligten Länder verfügen über etwa 85 % der weltweiten Waldfläche. Dafür sollen bis 2025 19,2 Mrd. US-Dollar bereitgestellt werden. Im Gegensatz zur “New York Declaration on Forests“ aus dem Jahr 2014, die ebenfalls dieses Ziel proklamiert hatte und die von 40 Teilnehmerstaaten unterzeichnet worden war, gehörten diesmal auch Staaten wie Brasilien, Russland und die Volksrepublik China zu den Mitunterzeichnern.

Globale Methan-Verpflichtung

Kühe sind oft Grund für Methangasentwicklung

Weiters wurde die “globale Methan-Verpflichtung”, die bereits im September 2021 von der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und acht weiteren Staaten unterzeichnet worden war, von zusätzlichen 100 Teilnehmerstaaten unterschrieben. Darin wird eine Reduktion der globalen Methan-Emissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 30 % angestrebt. Die Reduktion soll vor allem durch Verbesserungen bei den Hauptquellen für die Methan-Emissionen wie Öl-, Gas- und Kohleförderung, Landwirtschaft und Abfalldeponien erfolgen. Die drei großen Methan-Emittenten Russland, Volksrepublik China und Indien gehörten leider nicht zu den Unterzeichnern. Beobachter kritisierten auch, dass bei Nichteinhaltung der Vereinbarung keine Sanktionen zu befürchten sind.

Kohleausstieg am Klimagipfel

Länder wie Chile, Polen, die Ukraine, Südkorea, Indonesien und Vietnam haben sich darauf geeinigt, in den 2030er Jahren aus der Kohle auszusteigen, ärmere Länder spätestens in den 2040er Jahren. Zu den unterzeichnenden Ländern gehören einige der weltweit größten Nutzer von Kohle, nicht jedoch die drei weltweit größten Nutzer des Brennstoffs, China, Indien und die USA.

Verbrenner-Ausstieg

E-Auto fährt auf der Autostraße neben Windturbinen

Etwa 30 Staaten kündigten ein Ende für Verbrenner-Fahrzeuge vor 2040 an. Deutschland ist nicht darunter. Einige der größten Autohersteller unterzeichneten die freiwillige „Glasgow Declaration on Zero Emission Cars and Vans“ nicht. Ob diese Erklärung der richtige Ansatz ist, wurde jedoch in Frage gestellt – Greenpeace nannte sie „enttäuschend schwach“. Die Aktivisten verklagten einen der Autohersteller stattdessen vor Gericht.

Ergebnisse nicht zufriedenstellend

Für das Klima-Research Haus Climate Action Tracker sind die Ergebnisse des Klimagipfels COP 26 nicht zufriedenstellend. So wurden aus deren Sicht nur verbindliche Ziele von Teilnehmern vereinbart, die für nur 6 % der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind.

Falls alle vereinbarten Ziele umgesetzt werden, besteht das wahrscheinlichste Szenario in einer globalen Erwärmung von 2,4 Grad Celsius bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Das wäre sehr weit von den Pariser Klimazielen entfernt, die die Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen sollten. Nicht nur die „fridays for future“- Bewegung fordert ein Ende der Diskussionen und rascheres Handeln vehement ein.

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Was hinter dem Begriff “Europa´s Green Deal” steckt, kannst du hier nachlesen: Europa´s Green Deal – ein Meilenstein wie die Mondlandung.

Das ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand/Erstelldatum: November 2021.

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