Wirtschaft profitiert von steigenden Impfraten

Stephan Meier
Veröffentlicht vor 2 Monaten 6 Likes 3 min. Lesezeit
Geldanlage
Menschen in Einkaufsstraßen - die Wirtschaft profitiert von der Impfrate

Die globale Konjunktur hat den Höhepunkt ihrer Wachstumsdynamik überschritten. Sie befindet sich dennoch weiter auf solidem Wachstumskurs. Da auch in den Schwellenländern die Impfraten kräftig anziehen, dürften Gegenmaßnahmen dort weiter gelockert werden und die Volkswirtschaften entsprechend profitieren. Das sollte das globale Wachstum in den kommenden Quartalen unterstützen. Wie sich die Wirtschaft aktuell entwickelt, lesen Sie hier.

Fragezeichen China

China Kugel Fragezeichen: Wirtschaft erholt sich dank Impfraten - in China jedoch fraglich wegen Pleite Evergrande

Hinter China steht in diesem Zusammenhang aber ein Fragezeichen. Die unvermeidliche Pleite des Immobiliengiganten Evergrande und ihre Nachwirkungen dürften selbst im günstigsten Fall zu weiteren Wachstumseinbußen führen. Wann, wie und wie stark Peking gegensteuern wird, ist derzeit offen.

Auswirkungen erst 2022

Die Auswirkungen daraus dürften sich erst im ersten Halbjahr 2022 zeigen. Unterdessen steigen die Preise für fossile Energieträger und es kommt zu Lieferengpässen bei Erdgas und Kohle. Diese Entwicklungen könnten nicht nur zu einem weiteren Inflationsschub führen, sondern im schlimmsten Fall zu neuerlichen Unterbrechungen in globalen Produktions- und Lieferketten. Mehrere negative Faktoren kommen hier zusammen, einige hausgemacht, andere eher zufällig. Aller Voraussicht nach sollte sich die Situation bei Erdgas und Kohle aber in wenigen Monaten wieder entspannen. Die Notenbanken in den USA und der Eurozone bleiben bei ihrer Einschätzung eines nur vorübergehenden Inflationsanstiegs. Zumindest für den Rest des heurigen Jahres scheint Entspannung an dieser Front aber unwahrscheinlich. Lesen Sie dazu auch: Zeit für Inflationsschutz.

Osteuropa und Österreich positive Ausnahme bei Aktien

Karte Osteuropa - Wirtschaft wächst dank Impfraten

Auf den Aktienmärkten korrigierten die Kurse im September fast überall und bestätigten ihn als einen statistisch schwachen Börsenmonat. Zu den positiven Ausnahmen gehörten Osteuropa und Österreich. Dass dies den Beginn einer stärkeren Abwärtskorrektur bedeutet, ist möglich, aber keineswegs sicher. Eine Abschwächung der globalen Aktiendynamik ist allerdings unverkennbar, was aber nach den langen starken Kursanstiegen völlig normal ist. Der Trend für die Unternehmensgewinne in den kommenden Quartalen wird weiterhin sehr positiv gesehen und das zunehmend auch für die Schwellenländer. Gut möglich, dass diese nach der heuer insgesamt eher enttäuschenden Performance einige bessere Quartale vor sich haben. Geldpolitik und das konjunkturelle Umfeld bleiben sehr förderlich für die Aktienmärkte. Die höheren Kursschwankungen dürften uns aber bis auf weiteres erhalten bleiben. Auch weitere Korrekturen müssen natürlich einkalkuliert werden.

Leichte Anleihenrückgänge

Auf den Anleihenmärkten setzten sich die leichten Kursrückgänge (= Renditeanstiege) im September fort und dies in faktisch allen Segmenten und Regionen. Das dürfte zum Teil den gestiegenen Inflationsraten und den höheren Energiepreisen an den Rohstoffbörsen geschuldet sein. Die Renditen bleiben trotz des jüngsten Anstiegs im historischen Vergleich und im Verhältnis zum Inflations- und Konjunkturumfeld extrem niedrig. Der unverändert große globale Anlagenotstand für Investoren und die umfangreichen Anleihenkäufe der Notenbanken (auch im Falle eines „taperings“, also einer schrittweisen Reduzierung der Anleihekäufe) sprechen gleichzeitig aber auch gegen allzu starke Kursrückschläge.

Bei den Währungen setzte sich im September die Abschwächung des Euro fort. Seit Jahresbeginn hat er über 5 % zum US-Dollar verloren, rund 4 % zum britischen Pfund und über 7 % gegenüber dem russischen Rubel und chinesischem Yuan. Speziell die Kursentwicklung zum Dollar kommt für viele etwas überraschend, hatte doch die große Mehrheit der Investoren und Analysten eher mit einem schwächeren Dollar gerechnet.

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand/Erstelldatum: Oktober 2021

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