Warum sich die Preise erhöhen – wissenswerte Details

Alexander Toth
Veröffentlicht vor 7 Monaten 7 Likes 5 min. Lesezeit
Nachhaltigkeit
Getreide und Geld zu sehen - nicht nur der Krieg erhöht die Preise

Die Rohstoffpreise schnellen derzeit kräftig in die Höhe – wir sehen zurzeit teilweise zweistellige Preiserhöhungen bei diversen Rohstoffen. Jedoch nicht nur der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Lieferengpässe sind schuld daran. Warum auch durch die mittlerweile angelaufene Energiewende die Preise exorbitant steigen und wie sich gebräuchliche Rohstoffe wie Öl, Industriemetalle und Getreide derzeit entwickeln, erfährst du hier.

Das Auf und Ab des Ölpreises

Eröld- und Erdgasraffinierie - die Preise steigen

Die Preise spielen gerade verrückt: Ein Grund dafür ist, dass Europa von Rohöl- und vor allem auch von Gaslieferungen aus Russland abhängig ist. Der Preis für Erdgas hat sich gegenüber der Zeit vor dem Krieg mehr als verdoppelt. Die Steigerung des Ölpreises gegenüber dem Niveau vor Kriegsbeginn beträgt 21 %, gegenüber dem zu Jahresbeginn sogar bei 53 % (Stand 13.5.2022).

Noch vor einigen Monaten sah das zum Teil anderweitig aus, war der Ölpreis kurzfristig sogar negativ. Das heißt, der Preis für US-Rohöl fiel erstmals in der Geschichte unter Null US-Dollar. „Verkäufer“ bezahlten „Käufer“ dafür, ihnen ihr Öl abzunehmen.

Das Spiel von Angebot und Nachfrage

Aber nicht nur Öl war günstig zu erwerben. Auch andere Rohstoffe waren zu dieser Zeit billig, weil im Zuge der Pandemie wenig Nachfrage auf viel Angebot traf. Dabei ist wichtig, das Schürfen von Rohstoffen von der Verarbeitung getrennt voneinander zu betrachten: Während man in der verarbeitenden Industrie einen Produktionsstopp recht einfach umsetzen konnte, war das beim Abbau in der Mine nicht möglich, Prozesse mussten weiterlaufen. Dies führte anfänglich zu einem Überschuss im Angebot und dem damit verbunden Preisverfall. Erst nach und nach wurden die Kapazitäten zurückgefahren.

Und dann kam das Re-Opening. Die globale Wirtschaft ist angesprungen, die Energienachfrage und die nach Rohstoffen ist sprunghaft angestiegen. In einem viel größerem Tempo als man das Angebot wieder schaffen konnte. Die Lagerbestände sanken, die Preise stiegen.

Warum die Preise für Metalle steigen

Aber es gibt auch andere Gründe für die allgemeinen Verteuerungen. Beispielsweise stiegen die Industriemetall-Preise exorbitant, da für die mittel- bis längerfristige Umsetzung der Energiewende jede Menge Rohstoffe in bestimmten Qualitäten benötigt werden. Metalle wie Kupfer und Nickel sind für die Stromerzeugung, für Transport und Speicherung relevant. Kupfer und Nickel sind wesentliche Bausteine bei der Produktion von Elektroautos: Kupfer für die Erzeugung von Kabeln, Nickel für die Batterien.

Windkraft braucht mehr Kupfer

Die Stromproduktion durch Wind oder Photovoltaik benötigt deutlich mehr Kupfer als herkömmliche Kraftwerke. In einem Elektroauto ist rund drei- bis viermal so viel Kupfer verbaut als in einem Auto mit Verbrennungsmotor. So hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie der Kupferpreis knapp verdoppelt. Gleiches gilt auch für Aluminium.

Russland, der Großlieferant

Russland ist neben Erdöl und Erdgas bei vielen weiteren Rohstoffen Großlieferant:

  • Das globale Angebot von batteriefähigem Nickel (Klasse 1 Nickel) stammt zu etwa 20 % aus Russland. Mit Beginn des Kriegs kam es an der Londoner Metallbörse zu dramatischen Preisanstiegen dieses Rohstoffs. Der Nickelpreis stieg seit Jahresbeginn um knapp 50 % an.
  • Auch für Aluminium ist Russland – neben China – einer der führenden Produzenten von Aluminium (unter 10 %). Dabei wird Chinas Zero-Covid-Politik der Bedienung der global hohen Aluminium-Nachfrage wohl kaum zuträglich sein.
  • Die Metalle Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium, Iridium, Platin gehören der sogenannten Platingruppe an. Diese haben ein sehr breites Verwendungsspektrum, am häufigsten werden sie in Katalysatoren verwenden. Russland spielt auch hier eine elementare Rolle als Lieferant dar.

Die Preisspirale

In der Industrie braucht es selbstverständlich die sogenannten harten Assets wie Energie, Metalle,… Sind Produktionsverfahren schon aufgrund der gestiegenen Kosten für Metall teurer, treiben in weiterer Folge auch die Energiekosten die Preise. Die hohen Energiepreise, insbesondere in Europa, beeinflussen somit energieintensive Produktionen wie zum Beispiel Aluminium oder Zink verstärkt.

Preise für Getreide

Russland und Ukraine sind auch Global Player bei Agrarrohstoffen und zählen zu den weltweit größten Getreideproduzenten. Zwischen 10 – 30 % des Weltmarktanteils verschiedener Getreidearten stammen aus Russland bzw. der Ukraine. Demnach ist es nachvollziehbar, dass sich der Weizenpreis seit Mitte Februar um ein Drittel verteuert hat. Aber auch andere Einflüsse – wie z. B. Missernten durch die derzeit herrschende Dürre in Teilen Afrikas, wirken sich negativ auf die Preise aus.

Unabhängig von der Preisentwicklung: Für einige Länder, die von Getreideimporten abhängig sind, könnte dies negative Auswirkungen haben.

Goldpreis lässt Rekordhoch hinter sich

Der Goldpreis ist mit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzung Anfang März kurzzeitig auf rund 2.050,– US-Dollar je Unze angestiegen. Das Rekordhoch hatte Gold 2020 mit 2.063,– US-Dollar je Unze. Mittlerweile – vermutlich auch wegen zu erwartender deutlicher Zinsanstiege in den USA – ist der Goldpreis wieder auf dem Niveau vor Kriegsausbruch Mitte Februar bei rund 1.860,– US-Dollar je Unze.

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Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand/Erstelldatum: Mai 2022.

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