Kurze Rezession in Europa?

Stephan Meier
Veröffentlicht vor 4 Wochen 1 Likes 4 min. Lesezeit
Geldanlage
Europäische Flaggen wehen im Wind - kurze Rezession in Europa möglich?

Zum Jahresausklang 2022 mussten am Kapitalmarkt Kursrückgänge verzeichnet werden. Die Prognosen stehen auf weitere Abschwächung der Weltwirtschaft, wenn die aggressiven Zinsanhebungen der Notenbanken ihre volle Wirkung entfalten. Einige Analysten sehen eine kurze Ression für Europa voraus. Wie es weitergeht am Kapitalmarkt, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Kurze Rezession mit rascher Erholung?

Der Rezession liegen die hohen Energiepreise zugrunde - Steckdose und Geld zu sehen

Eine kurze Rezession, gefolgt von einer raschen Erholung – das prognostizieren einige Analysten für Europa. Andere wiederum sehen eine längere Phase volkswirtschaftlicher Schwierigkeiten. Dem zugrunde liegen die dauerhaft höheren Energiepreise, der Arbeitskräftemangel in einigen Bereichen und die starke finanzielle Belastungen der privaten Haushalte durch die Preissteigerungen.

USA: Falls Rezession, dann nur sehr mild?

Für die USA wächst die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ebenfalls. Sicher ist diese aber noch nicht. Die US-Notenbank (Fed) geht derzeit im schlechtesten Fall von einem leichten Schrumpfen der Wirtschaftsleistung aus. Unter den Schwellenländern können zumindest die größten Volkswirtschaften 2023 eine Rezession zumeist wohl vermeiden.

Inflationsraten Zenit erreicht

Die Inflationsraten, volkswirtschaftliches Hauptthema im abgelaufenen Jahr, haben fast überall ihren Zenit erreicht bzw. überschritten. Das sollte grundsätzlich etwas den Druck von den Notenbanken und den Anleihemärkten nehmen.

Grundlegendes über Anleihen erfährst du hier:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was sind Anleihen?


Allerdings dürften die Teuerungsraten wohl eher langsam zurückgehen. Vorerst bleiben sie ein Risiko für die Finanzmärkte.

Kursrückgänge bei Aktien

Auf den Aktienmärkten fiel die von vielen herbeigewünschte „Weihnachtsrallye“ aus. Im Gegenteil, kräftige Kursverluste prägten den Dezember. Markttechnische Faktoren, aber auch wachsende Ängste vor möglichen stärkeren Gewinnenttäuschungen bei vielen Unternehmen im kommenden Jahr brachten die Kurse wieder unter Druck und machten die Zugewinne vom November vielerorts zunichte.

Aktienkurse sind im Dezember gefallen - Lupe mit Zeitungskursen zu sehen

Für 2023 wird viel davon abhängen, ob es zu Rezessionen in den USA und der Eurozone kommt und wie tief und lang anhaltend diese gegebenenfalls verlaufen. Die Markterwartungen für die Unternehmensgewinne scheinen derzeit noch immer etwas zu optimistisch. Im Falle einer (tieferen) Rezession wären sie deutlich zu hoch angesetzt.

Erholung der Aktienkurse möglich

Andererseits könnte das Vermeiden einer Rezession in den USA aber sogar zu positiven Gewinnüberraschungen führen und damit auch zu einer spürbaren Erholung der Aktienkurse. Größere Kursschwankungen dürften uns auch heuer begleiten, nicht zuletzt angesichts der anhaltenden geopolitischen Unwägbarkeiten.

Anleihenmärkte gaben im Dezember nach

Im Dezember gaben die Anleihemärkte kräftig nach. Der Optimismus bezüglich eines raschen Endes der Zinsanhebungen und einem Umschwenken auf eine neutrale oder lockerere Geldpolitik verflüchtigte sich schnell. Die Anleihemärkte dürften noch eine ganze Weile damit beschäftigt sein, ein neues Gleichgewicht zu finden, nach Jahren extremer Niedrigrenditen und beispielloser Notenbankeingriffe. Für Unternehmensanleihen wird zudem die Konjunkturentwicklung sehr wichtig werden. Im Falle einer tieferen und/oder langen Rezession besteht das Risiko, dass sich die Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen nochmals ausweiten und die Anleihekurse damit nochmals unter Druck geraten.

US-Dollar nach wie vor im Plus

US Dollar Scheine zu sehen - Dollar etwas schwächer

Der US-Dollar notierte im Dezember etwas schwächer, liegt für das Gesamtjahr gegenüber dem Euro aber deutlich im Plus. Eine Prognose für 2023 fällt schwer: Die Zinsdifferenz und eine schwächere Weltkonjunktur sprechen für einen weiteren Dollaranstieg gegenüber dem Euro. Ein mögliches Ende der US-Zinsanhebungen und die fundamental schon sehr hohe Bewertung der US-Währung liefern hingegen Argumente für einen schwächeren Dollar.

Die Angaben beruhen auf dem Wissensstand des Verfassers Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. zum Erstellungszeitpunkt. Zu beachten ist, dass Prognosen keine verlässlichen Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen zulassen.

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand/Erstelldatum: Jänner 2023

Aufgrund der Lesbarkeit verzichten wir im Text auf das Gendern. Sämtliche personenbezogene Bezeichnungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Ein Investmentfonds ist kein Sparbuch und unterliegt nicht der Einlagensicherung. Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.

Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH oder kurz Raiffeisen KAG

Bildquelle: shutterstock