Investmentfonds: Antworten auf viele Fragen

Christoph Böck
Veröffentlicht vor 3 Monaten 9 Likes 8 min. Lesezeit
Geldanlage
Frau erklärt Mann Investmentfonds - viele offene Fragen werden hier geklärt

Die Vielfalt an unterschiedlichen Wertpapieren hinsichtlich Ausgestaltung und Konstruktion, rechtlichem Rahmen bzw. Preisbildung ist groß. Im folgenden Beitrag möchten wir dir deshalb einen Überblick mit Fokus auf Investmentfonds geben und viele offene Fragen klären.

Eigentum oder geborgt?

Mann kauft Aktien - Aktien als Investmentfonds sind ein Besitz
  • Eigentum: Wenn du Aktien erwirbst, bist du mit diesen – oder auch indirekt über Investmentfonds – Miteigentümer an Unternehmen. Als Aktieninvestor bist du langfristig mit allen Rechten und Pflichten am Gewinn (Dividendenausschüttung) und an der Wertentwicklung an der Börse beteiligt. Im Gegenzug nimmt man auch an möglichen Verlusten teil.
  • Borgen: Investierst du in Anleihen, wird dem Emittenten – das kann ein Staat oder ein Unternehmen sein – Geld geborgt. Als Anleger bist du demnach Gläubiger, der Emittent ist Schuldner. Es gibt keine Beteiligung. Das Ziel des Anlegers ist es, regelmäßig Zinsen für das eingesetzte – also hergeborgte – Kapital zu erhalten. Und nach einigen Jahren das eingesetzte Kapital natürlich wieder zurückzuerhalten.

Investmentfonds sind und bleiben Eigentum

Investmentfonds hingegen sind Sondervermögen – die im Fonds enthaltenen Wertpapiere sind immer im Eigentum des Anlegers. Sollte die verwaltende Kapitalanlagegesellschaft in Konkurs gehen, bleiben die im Fonds enthaltenen Wertpapiere weiterhin im Eigentum des Anlegers.

Viele Marktteilnehmer = reger Handel an der Börse

Menschen handeln an der Börse

Börsenotierte Wertpapiere besitzen den Vorteil, dass eine Vielzahl an Käufern und Verkäufern – die Marktteilnehmer – für regen Handel und damit transparente Preisbildung sorgen. Dennoch: Bei den Börsenkursen spielen neben der finanziellen Entwicklung immer auch die Erwartungen und Stimmungen der Marktteilnehmer eine wichtige Rolle. Börsekurse können demnach auch deutlich über oder auch unter dem Wert eines Unternehmens liegen. Bei nicht-börsenotierten Wertpapieren wird der Preis nur von einem Marktteilnehmer bestimmt, vom Emittenten.

Der Wert eines Fondsanteils setzt sich also aus den Börsekursen der einzelnen im Investmentfonds enthaltenen Wertpapiere zusammen. Somit ist eine einseitige Preisgestaltung – zugunsten des Anbieters oder Emittenten – unmöglich.

Preisspanne Wertpapiere vs. Investmentfonds

Die Preisspanne von Wertpapieren, also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis eines Wertpapiers zum gleichen Zeitpunkt ist sozusagen die Marge des Wertpapierhändlers. Je häufiger ein Wertpapier an der Börse gehandelt wird, desto minimaler ist diese Preisspanne. Gut für den Anleger. Oder anders formuliert: Keine Börsenotiz, kein liquider Handel, keine enge An- und Verkaufsspanne. Schlecht für den Anleger.

Fondspreise werden zum errechneten Wert angegeben. Es gibt demnach keine Spanne im An- und Verkaufspreis. Anders ist es bei Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch den Fonds selbst. Dabei profitiert der Investmentfonds aber von den Konditionen als „Großhändler“. Hinweis: In der Regel werden Kaufspesen für den Erwerb von Fondsanteilen seitens der Bank in Rechnung gestellt.

Die 5-10-40 Regel

Bei Wertpapieren ist eine breite Streuung das Um und Auf. Bei Investmentfonds wird darauf besonderes Augenmerk gelegt. Dies ist sogar gesetzlich (im Investmentfondsgesetz) festgelegt:

10 % zu sehen
  • Das Fondsvermögen darf nur bis zu 10 % an Wertpapieren desselben Herausgebers (Emittenten) beinhalten.
  • Wobei alle Einzelpositionen über 5 % vom Fondsportfolio insgesamt nicht mehr als 40 % des Fondsvolumens ausmachen dürfen.
  • Das heißt: Erst ab rund 30 einzelnen Positionen – sei es direkt am Depot oder über das Instrument Investmentfonds – beginnt „echte Streuung“.

Wird beispielsweise in 33 verschiedene Wertpapiere investiert, umfasst – bei Gleichgewichtung – jedes Investment 3 % der Veranlagung. Würde ein Wertpapier in die Pleite schlittern, wären 3 % der Veranlagung an Wertverlust zu verzeichnen. Nicht unbedingt erfreulich, aber verschmerzbar.

Was passiert jedoch, wenn du in Summe nur in 4 Wertpapiere investierst? Du kannst dir das Verlustpotenzial im Falle einer Pleite leicht ausrechnen. Fonds sind dank des erwähnten Investmentfondsgesetzes zur breiten Streuung verpflichtet.

Breite Streuung ist das A und O einer ausgewogenen Veranlagung. Keine Abhängigkeit von nur einem Emittenten, wenigen Wertpapieren oder einem Index. Dennoch kann sich den Wertveränderungen eines breiten Wertpapiermarktes auch ein Investmentfonds nicht entziehen, wodurch es zu Kapitalverlusten kommen kann.

Veranlagung mit gesetzlichem Rahmen

Du denkst über eine chancenreichere Veranlagung nach und akzeptierst die Wertschwankungen von Finanzwerten? Nun stellt sich die Frage, wie du zu den passenden Wertpapieren kommst. Der Versuch, diese selbst auszuwählen, gleicht meist einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Dokumente zum Depots, zum Beispiel der Rechenschaftsbericht

Bei breit gestreuten Fonds kannst du auf den gesetzlichen Rahmen zählen: Investmentfonds unterliegen – wie oben erwähnt – den strengen Vorschriften des österreichischen Investmentfondsgesetzes, das für Transparenz und Anlegerschutz steht. Die Verwaltung des Fonds – sämtliche Wertpapiere, die im Fonds investiert sind, Spesen, Steuern usw. – werden jährlich im Rechenschaftsbericht dokumentiert.

Zu den Kosten von Investmentfonds

Für das Management eines Fonds wird von der Kapitalanlagegesellschaft eine Managementgebühr verrechnet. Wie hoch die Kosten sind, ist in den Unterlagen, die dem Interessenten – auch online – zur Verfügung gestellt werden, transparent ausgewiesen. Auch wird in jedem Beratungsgespräch auf die Kosten verwiesen und in den per Gesetz verpflichtend auszuhändigenden Unterlagen beim Kauf von Fonds angeführt. Zusätzlich können bei der Bank Kosten für An- und Verkauf und Depotführung anfallen.

Kostentransparenz bei Fonds: ausgewiesen am Produktblatt, in den sogenannten Wesentlichen Anlegerinformationen und im jährlichen Rechenschaftsbericht – zu finden unter rcm.at.

Keine fixe Laufzeit für Investmentfonds

Wäre es nicht schade, die gezielt ausgesuchten Investments nach einiger Zeit wieder hergeben zu müssen? Dies kann bei manchen Wertpapieren wie Anleihen oder ähnlichen Instrumenten nach Ablauf einer bestimmten Laufzeit durchaus der Fall sein. Dann gilt es, sich mit einer Wiederveranlagung zu beschäftigen, die stets mit zeitlichem Aufwand und Kosten verbunden ist.

Einfacher und günstiger ist es, selbst den Zeitpunkt der Entnahme bestimmen zu können. Das ist bei Investmentfonds möglich, denn diese haben keine fixe Laufzeit.

Du entscheidest also selbst über die für dich passende Anlagedauer, nicht der Produktanbieter oder der Emittent.

Steuerliche Vorteile von Investmentfonds

Kennst du die steuerliche Behandlung von unterschiedlichen Veranlagungsformen? Steuerliche Fragen erfordern oft spezielles Know-How. Bei Raiffeisenfonds sind für österreichische Privatkunden auf heimischen Depots weder Steuer-Know-How noch ein Steuerberater notwendig. Die korrekte steuerliche Behandlung übernimmt automatisch die KAG und die Raiffeisenbank, und zwar ohne, dass du etwas dafür tun musst.

Die Steuerbehandlung von Fonds wird von der Raiffeisen KAG übernommen.

Bei Wertpapierfonds gibt es eine Besonderheit: den automatischen Verlustausgleich sowie den Verlustvortrag. Das Wort „Verlust“ klingt wahrscheinlich nicht nach deinem Geschmack. Was dies aber bedeutet: Im Fonds werden realisierte Verluste mit Gewinnen über alle Anlageklassen hinweg ausgeglichen. Realisierte Verluste können auch zur späteren Gegenverrechnung in künftige Geschäftsjahre vorgetragen werden, was die Steuerlast minimieren kann.

Wenn realisierte Verluste entstehen: Gegenverrechnung mit realisierten Gewinnen bzw. Steueroptimierung mit Verlustvortrag. Ein Verlustvortrag ist ausschließlich innerhalb eines Wertpapierfonds möglich.

Der Name ist Programm

Unsere Fonds verraten im Namen, was das Produkt beinhaltet. Beispielsweise verrät der „Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix“, dass wir bei der Wertpapierauswahl – neben der Beurteilung der Finanzsituation – auch eine umfassende Nachhaltigkeitsanalyse (die ebenfalls nach strengen Kriterien geregelt ist) vornehmen. „Mix“ deutet auf eine breite Streuung in mehrere Anlageklassen wie Aktien und Anleihen hin. Der Name deines Finanzprodukts liefert dir also einen klaren Hinweis, worin dein Geld angelegt ist.

Ein Blick auf das Produktblatt oder den Depotkontoauszug zeigt rasch und einfach, wie du als Anleger investiert bist. Einfach und zeitsparend.

Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand: März 2022

Die Inhalte dieser Unterlage stellen weder ein Angebot, eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung noch eine Anlageanalyse dar. Jegliche Haftung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH im Zusammenhang mit dieser Unterlage, insbesondere betreffend Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit, ist ausgeschlossen. Hinweis für Anlegerinnen und Anleger mit anderer Heimatwährung als der Fondswährung: Wir machen darauf aufmerksam, dass die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen kann.

Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten. Ein Investmentfonds unterliegt nicht der Einlagensicherung.

Die veröffentlichten Prospekte bzw. die Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) der Fonds der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. stehen unter www.rcm.at unter der Rubrik „Kurse & Dokumente“ in deutscher Sprache (bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache) bzw. im Fall des Vertriebs von Anteilen im Ausland unter www.rcm-international.com unter der Rubrik „Prices & Documents“ in englischer (gegebenenfalls in
deutscher) Sprache bzw. in Ihrer Landessprache zur Verfügung. Eine Zusammenfassung der Anlegerrechte steht in deutscher und englischer Sprache unter folgendem Link: https://www.rcm.at/corporategovernance zur Verfügung. Beachten Sie, dass die Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. die Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteilscheine außerhalb des Fondsdomizillandes Österreich aufheben kann.

Bitte beachten Sie, dass die Raiffeisen Kapitalanlage GmbH die Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteilscheine außerhalb des Fondsdomizillandes Österreich aufheben kann. Bitte beachten Sie, dass manche Fonds besondere („fondsspezifische“) Hinweissätze haben (etwa betreffend erhöhter Kursschwankungen, Derivateeinsatz, Master-Feeder bzw. Dachfonds-Strukturen). Diese findet man beim jeweiligen Fonds unter rcm.at/fondsuebersicht am Produktblatt.

Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH oder kurz Raiffeisen KAG

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