Warum du eine finanzielle Reserve nicht unterschätzend solltest
Eine finanzielle Reserve einzuplanen lässt dich nicht nur im Hier und Jetzt ruhiger schlafen – es ist ein unverzichtbares Fundament für dich und deinen entspannten Lebensplan. Wie hoch dein finanzieller Notgroschen am besten sein sollte, um keine bösen Überraschungen zu erleben, liest du hier.

Die finanzielle Reserve wird oft unterschätzt
In einem Alltag, in dem alles in seinen geordneten Bahnen läuft, denken wir nicht an unvorhergesehene Ereignisse, die unser Leben durcheinanderbringen könnten:
2 Beispielszenarien, in welchen die finanzielle Reserve dein Lebensretter sein kann:
1. Unerwartete Ausgaben
Mit einer finanziellen Reserve kannst du unerwartete Ausgaben problemlos begleichen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Diese unerwarteten Ausgaben können vielfältig sein:
- Reparatur oder Austausch von defekten elektronischen Geräten, wie Waschmaschine, Laptop, Smartphone & Co.
- Behebung von Schäden im Haushalt, z. B. Malerarbeiten, Heizungstausch.
- Karosserie- oder Motorschäden am Auto oder dem Motorrad.
All diese Dinge können mehrere Tausend Euro ausmachen oder eine Ersatzanschaffung notwendig machen.
2. Eintretende Einkommenseinbußen

Mit einer entsprechenden finanziellen Reserve kann der Lebensstandard bei eintretenden Einkommenseinbußen über einen Zeitraum aufrechterhalten werden.
Einkommenseinbußen können z. B. durch die Geburt eines Kindes und damit einhergehender Teilzeitarbeit eines Elternteiles auftreten. Aber auch einen Ausfall durch längere Krankheit oder Verlust deiner Arbeitsstelle könntest du durch deinen finanziellen Notgroschen abfangen.
Alltägliche Ausgaben für Kleidung, Lebensmittel, Medikamente, Kinderbetreuung, Strom und Heizung oder auch Kredite können so – auch bei einem kurzzeitigen Wegfall einer Einkunftsquelle – über einen gewissen Zeitraum bewältigt werden.
Die Bedeutung dieser finanziellen Reserve wird oft unterschätzt. Wenn es gerade gut läuft, will man sich nicht mit Schreckens- oder Notszenarien auseinandersetzen. Dennoch sollten stets alle Eventualitäten berücksichtigt werden.
Kredit als finanzielle Reserve?
Viele werden nun sagen: „Im Falle eines kurzfristigen Geldbedarfs wäre ja auch eine Kreditaufnahme oder Kontoüberziehung möglich.“ Das kann man auch machen.
Dennoch muss einem dabei klar sein: Vom Kreditantrag bis zur Verfügbarkeit des gewünschten Betrags vergeht oft einige Zeit. Spontane Zahlungen sind somit nicht möglich. Der Kreditvertrag ist mit einmaligen und laufenden Gebühren und natürlich auch mit Zinsbelastungen verbunden. Die Kontoüberziehung ebenso. Ein Zurückgreifen auf finanzielle Reserven wäre somit die deutlich günstigere und bessere Lösung.
Eiserne Reserven nicht heranziehen
Eine eiserne finanzielle Reserve ist wie ein Schutzschild – sie bewahrt dich vor den Stürmen des Lebens.
Deine eiserne Reserve, die dir das Leben entspannter und ruhiger gestalten wird, solltest du am besten in einer eigenen Schublade deponieren.
Für direkt geplante Ausgaben ist es besser, einfache Veranlagungslösungen zu bevorzugen. Gelder für Anschaffungen in den nächsten Monaten oder wenigen Jahren können – wie der Notgroschen – ganz simpel am Sparkonto geparkt werden. Gebundene Sparkonten für einige wenige Jahre oder kurzlaufende (Bank)Anleihen wären hier eine mögliche Alternative.
Kurzfristige Geldanlagen – egal ob für die eiserne Reserve oder für zweckgebundene Ersparnisse – sollten weder nennenswerten Wertschwankungen noch Spesen ausgesetzt sein. Über kurze Fristen sind Schwankungen schwer auszugleichen und Gebühren kaum zu amortisieren.
Notgroschen oft zu hoch angesetzt
Erfahrungsgemäß sind Reserven oft (viel) zu hoch angesetzt. Wer sehr große Summen kurzfristig als Reserve parkt, setzt sein Kapital zwei wesentlichen Risiken aus:

- Kaufkraftverlust durch Inflation:
Der Zinsertrag am Sparkonto ist in der Regel deutlich geringer als die Inflationsrate – du verlierst also an Geld, wenn du hier zu viel parkst. - Entgangene Erträge:
Werden langfristig nicht benötigte Gelder auf kurzfristigen, wenig Ertrag versprechenden Anlageprodukten geparkt, kann der Zins- und Zinseszinsentgang beachtlich ausfallen. Auch der Diversifikations-Effekt wird – wenn ausschließlich Sparkonten genutzt werden – stark vernachlässigt. Deshalb solltest du neben deiner finanziellen Reserve auf eine langfristige Geldanlage achten. Lies hier mehr zum Thema: Diversifikation – Qualität der Vielfalt.
Wie hoch soll die finanzielle Reserve sein?
Als Faustregel für die eiserne Reserve werden oft 3-Monatsgehälter genannt. Zur Orientierung ist diese Größenordnung durchaus geeignet. Eine konkrete Betragsangabe ist jedoch kaum möglich, weil sehr individuell. Wie so oft gilt: Es kommt darauf an.
Hilfen, die du beim Festlegen der Höhe deines Notgroschens beachten kannst:
- Bist du PKW-Besitzer?
Dann solltest du mehr als drei Monatsgehälter als Reserve zurücklegen (für div. Reparaturen und Schäden). - Bist du verheiratet?
Ehepartner, die voneinander finanziell unabhängig sein möchten oder im Scheidungsfalle einen Wohnungswechsel vollziehen müssten, sollten Reserven für das „Unmögliche“ einkalkulieren. - Hast du Familie mit Kindern?
In diesem Fall brauchst du wesentlich mehr als drei Monatsgehälter für deine finanzielle Reserve.
Kindergarten und -betreuung, Schikurse, ein neuer Laptop oder ein neues Fahrrad. Wer Kinder hat, weiß genau, dass ständig laufend Ausgaben – auch ungeplante – anstehen. - Hast du hohe Fixkosten und diverse höhere Ausgaben?
Ein Haus mit Pool und Pool-Erhaltungskosten, kostenintensive Hobbies oder Haustiere, diverse teure Abos, z.B. von Fitnessstudios, Fernreisen etc. Wer bei plötzlichem Einkommensverlust nicht über Gebühr zurückstecken möchte, sollte dies über finanzielle Reserven abdecken können und diese dementsprechend höher ansetzen. - Bist du Unternehmer:in?
Reserven und liquide Mittel sind für Unternehmer:innen überlebensnotwendig. Der Einkommensfluss ist bei Selbstständigen zumeist stark schwankend, somit sollte für Dürreperioden ausreichend vorgesorgt sein. - Bist du Alleinverdiener:in?
Im Falle unerwarteter Arbeitslosigkeit des Familien-Alleinverdieners ist es besonders wichtig, einen ausreichenden finanziellen Puffer zu haben. Trotz Arbeitslosengeld ist mit einer zumindest zwischenzeitig (deutlichen) Einbuße beim Familieneinkommen zu rechnen. - Hast du Kredite laufen?
Auch im Falle von Arbeitslosigkeit sollte das Bezahlen der Kreditrate möglich sein, eine Stundung des Kredits sollte nur als Notlösung in Betracht gezogen werden. Gleiches gilt auch für Mietzahlungen. - Besitzt du (eine) Immobilie(n)?
Eigentümer:innen von Wohnimmobilien, insbesondere Einfamilienhausbesitzer:innen sollten für höhere Reserven am Sparkonto sorgen, schließlich könnten Reparaturen notwendig sein. Mieter:innen haben den Vorteil, Reparaturarbeiten an den Vermieter delegieren zu können.
Und wenn etwas übrig bleibt?
Was tun mit Geldreserven, die die notwendige „eiserne Reserve“ übersteigen? Steht dieses Kapital längerfristig unverplant zur Verfügung, so könnte – besser gesagt sollte – der Kapitalmarkt die passende Lösung sein.
Breit gestreut über Fonds können Unternehmensanteile erworben werden. Oder kombiniert mit fix verzinste Anleihen von Unternehmen oder Staaten in Form von Mischfonds. Über Chancen, aber auch Risiken von Kapitalmarkt- und Fondsinvestments liest du gerne in weiteren Beiträgen! Oder du informierst dich bei deiner Beraterin oder deinem Berater.
Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Stand/Erstelldatum: Juni 2025
Ein Fonds ist kein Sparbuch und unterliegt nicht der Einlagensicherung. Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.
Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH oder kurz Raiffeisen KAG
Bildquelle: shutterstock, gettyimages.
