Nachhaltigkeit – der Gamechanger für aktive Fonds?

Christoph Böck
Veröffentlicht vor 1 Woche 0 Likes 6 min. Lesezeit
GeldanlageNachhaltigkeit
Hübscher Mann denkt nach über aktive Fonds

ETFs, also passive Fonds, sind in den letzten beiden Jahrzehnten sehr populär geworden. Sie haben deutlich an Volumen zugelegt. Derzeit geht der Trend stark zu nachhaltiger Geldanlage. Hier erfährst du, woran du aktive Fonds erkennst und warum das Thema Nachhaltigkeit ein starkes Argument für aktiv gemanagte Fonds ist!

Wann ist es ein aktiver Fonds?

Mann schaut aufs Handy und vergleicht aktive Fonds und passive Fonds

Bei aktiven Fonds gilt es zu differenzieren. Es gibt aktive Fonds und Fonds, die dem Adjektiv „aktiv“ nicht ganz gerecht werden. Viele FondsmanagerInnen* orientieren sich bei ihrer Einzeltitelauswahl und Gewichtung im Fonds stark an einem Index. Wie kann ein Anleger nun feststellen, ob ein Fonds mehr oder weniger aktiv – also unabhängig von einem Referenzwert – gemanagt wird? Zwei Kennzahlen helfen dabei:

A) Der „Tracking Error“ ist kein Abweichungsfehler

Der Tracking Error misst die Abweichung der Wertentwicklung des Fonds von einem vergleichbaren Index. Beispielsweise könnte ein US-Aktienfonds mit dem S&P 500 Index (Standard & Poor’s Index, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen beinhaltet) verglichen werden.

Je höher der Tracking Error (wird in Prozent angegeben), desto stärker weicht der Fonds vom Index ab, umso “aktiver” ist er also. Bei Aktienfonds lässt sich feststellen, dass eine große Zahl an Fonds am Markt einen geringen Tracking Error aufweisen , also sehr indexnahe veranlagt sind. Viele Fonds trauen sich offensichtlich nicht, stärkere, relative – also vom Index abweichende – Gewichtungen einzugehen.

Ein Index ist zu sehen

Aktives Management hat also die Chance, deutlich besser als ein vergleichbarer Index abzuschneiden. Somit ist der Tracking Error kein „Abweichungsfehler“, wie dies wörtlich übersetzt werden könnte. Vielmehr ist der Tracking Error eine Notwendigkeit, um besser als der Durchschnitt – also der breite Markt – abschneiden zu können, was aber freilich auch ins Gegenteil drehen kann.

B) “Active Share”

Die zweite Maßzahl, an der aktives Management erkennbar ist, wird als Active Share bezeichnet. Schauen wir uns diese Kennzahl anhand eines Beispiels an: Ein Active Share von 80 % zeigt, dass der Fonds zu 80 % andere Aktien im Vergleich zum Index enthält. Diese Kennzahl sagt nichts darüber aus, ob der Fonds besser als der Index abschneidet, sie zeigt lediglich wie hoch die Abweichung zum Index bei der Einzeltitelauswahl ist.

Nachhaltigkeit als Gamechanger?

Grüne Hand reicht Baum einer anderen Hand

Die genaue Berücksichtigung von Nachhaltigkeits-Faktoren bei der Titelauswahl könnte nun den Trend zu passiven Produkten, wie ETFs, wieder erheblich bremsen. Denn bei nachhaltiger Geldanlage darf nur nach strengsten Kriterien in Unternehmen, Branchen, Länder investiert werden.

Raiffeisen Capital Management** nutzt bei ihrer Erstellung von Nachhaltigkeits-Analysen zwei internationale, unabhängige Datenanbieter und betreibt darüber hinaus eigene, intensive Recherchen. Diese bilden die Basis für eine qualifizierte Nachhaltigkeits-Einstufung jedes einzelnen Unternehmens. Durch allgemeines Anwenden eines vereinfachten Nachhaltigkeits-Filters, wie es bei vielen EFTs der Fall ist, ist nicht annähernd die gleiche Qualität hinsichtlich Nachhaltigkeit zu erzielen. Bitte beachte, dass die nachhaltige Qualität noch keine Aussage über die Performance-Qualität eines Portfolios zulässt. Lies mehr über nachhaltige Geldanlage in unserem Beitrag: Aus Geld wird gut – Nachhaltigkeit in der Geldanlage.

Weitere Gründe für Nachhaltigkeit und aktive Fonds

Unternehmensdialoge zu sensiblen Nachhaltigkeits-Themen sind bei Raiffeisen Capital Management** fixer Bestandteil im Auswahlverfahren: Das Fondsmanagement nimmt Kontakt mit führenden, börsennotierten Unternehmen auf und erörtert ein spezifisches Thema, also eine Problemstellung aus Nachhaltigkeitssicht. Warum dies auch für das Unternehmen wichtig ist, liegt auf der Hand: dem intensiven Dialog mit Unternehmen könnten Handlungen wie Kauf oder Verkauf von Aktien des Unternehmens folgen. Ein passiver ETF-Anbieter hingegen trifft keine aktiven Einzeltitelentscheidungen. Einschätzungen und daraus resultierende Wertpapiertransaktionen sind dem aktiven Fondsmanagement vorbehalten.

Zu sehen eine Aktionärsversammlung, zwei Hände heben sich

Ähnliches gilt für die Ausübung von Aktionärsstimmrechten auf Jahreshauptversammlungen. Fondsanbieter mit aktiv gemanagten, nachhaltigen Fonds versuchen über ihr Abstimmverhalten Einfluss zu nehmen. Nachhaltige Entwicklungen in Unternehmen sollen dadurch vorangetrieben und unterstützt werden. Kommen Punkte zur Abstimmung, die die Nachhaltigkeit konterkarieren, wird seitens des Fondsmanagements dem nicht zugestimmt. Auf Hauptversammlungen kommunizierte Weichenstellungen pro oder contra Nachhaltigkeit fließen in die Unternehmensanalysen und damit in weiterer Folge in Kauf- oder Verkaufsentscheidungen ein. Lies dazu auch: Wir verraten, was es mit aktivem Fondsmanagement auf sich hat.

So ist Nachhaltigkeit, wie wir sie verstehen, neben den finanziellen Kriterien ein zentraler Entscheidungsfaktor im Zuge von langfristigen Investitionen in Unternehmen.

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Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien. Erstelldatum: Juni 2022.

*Aufgrund der Lesbarkeit verzichten wir im Text auf das Gendern. Sämtliche personenbezogene Bezeichnungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

**Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH oder kurz Raiffeisen KAG

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Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten. Ein Investmentfonds ist kein Sparbuch und unterliegt nicht der Einlagensicherung.

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Bitte beachten Sie, dass die Raiffeisen Kapitalanlage GmbH die Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteilscheine außerhalb des Fondsdomizillandes Österreich aufheben kann. Bitte beachten Sie, dass manche Fonds besondere („fondsspezifische“) Hinweissätze haben (etwa betreffend erhöhter Kursschwankungen, Derivateeinsatz, Master-Feeder bzw. Dachfonds-Strukturen). Diese findet man beim jeweiligen Fonds unter rcm.at/fondsuebersicht am Produktblatt.

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